Vorstellung der Klinik
Klinik für Infektionskrankheiten und Klinische Mikrobiologie Egemed
Der menschliche Körper steht in ständiger Wechselwirkung mit Billionen von Mikroorganismen, die sich in der Luft um uns herum, auf den Oberflächen, die wir berühren, im Wasser, das wir trinken, und sogar auf unserer eigenen Haut befinden. Obwohl ein Großteil dieser Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten) Teil unseres natürlichen Lebensgleichgewichts ist, können bestimmte Arten die Abwehrbarrieren des Körpers überwinden und auf zellulärer Ebene Schäden sowie systemische Erkrankungen verursachen. In der medizinischen Fachliteratur wird dieses Phänomen als „Infektionskrankheiten“ bezeichnet.
Die Abteilung für Infektionskrankheiten und Klinische Mikrobiologie der Egemed-Krankenhäuser bietet die kritischsten und breitesten Diagnose- und Behandlungsleistungen der Medizin an, die von einfachen Infektionen der oberen Atemwege (saisonale Grippe) über lebensbedrohliche Sepsis (Blutvergiftung) bis hin zu Infektionen im Operationsbereich und Intensivbehandlungen reichen. Unsere Klinik hat es sich zum Grundprinzip gemacht, nicht nur die Krankheit zu heilen, sondern mit Hilfe unseres Labors für „Klinische Mikrobiologie“ den unsichtbaren Erreger punktgenau zu identifizieren und die Ausbreitung der Infektion in der Gesellschaft oder innerhalb des Krankenhauses zu verhindern.

Die Detektive der Medizin: Warum sind Infektionsspezialisten so wichtig?
Infektionsmediziner arbeiten wie Detektive der Medizin. Die Krankengeschichte eines Patienten, der mit sehr vagen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Hautausschlag, Durchfall, anhaltender Müdigkeit oder Gelenkschmerzen vorstellig wird – Symptome, die viele verschiedene Krankheiten imitieren können –, wird sorgfältig untersucht.
Die kürzlich unternommenen Reisen des Patienten, berufliche Expositionen, der Kontakt mit Haustieren, die eingenommenen Lebensmittel und die verwendeten Medikamente werden als Ganzes bewertet. Ausgehend von der Tatsache, dass Fieber keine Krankheit, sondern ein „Abwehrmechanismus“ ist, wird untersucht, ob die Infektionsquelle viral, bakteriell oder parasitär ist. Dieser wissenschaftliche Ansatz bewahrt den Patienten vor unnötigen Medikamenten, die nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum verabreicht werden, und sorgt dafür, dass er so schnell wie möglich die richtige Behandlung erhält.
Labor für klinische Mikrobiologie: Das wissenschaftliche Herzstück der Behandlung
In der modernen Medizin erfolgt die Behandlung von Infektionen nicht durch blind verschriebene Medikamente, sondern evidenzbasiert auf der Grundlage von Laborbefunden. Das Labor für klinische Mikrobiologie der Egemed-Krankenhäuser ist das wirksamste Diagnosewerkzeug unserer Infektiologen. Die Identifizierung der krankheitsverursachenden Mikroorganismen erfolgt mithilfe der folgenden hochmodernen Methoden:
Kultur- und Antibiogramm-Analysen
Blut, Urin, Rachenabstrich oder Wundsekret des Patienten werden auf spezielle Nährmedien aufgebracht, um das Wachstum von Mikroorganismen zu fördern (Kultur). Nachdem die Bakterienart bestimmt wurde, wird ein Antibiogramm durchgeführt, um millimetergenau festzustellen, welches Antibiotikum diese spezifische Bakterie am wirksamsten und mit den geringsten Nebenwirkungen abtötet. Dies ist die „Goldstandard“-Methode in der Infektionsbehandlung.
Molekulare Diagnostik und PCR-Tests
Es wird zur Diagnose von Viren eingesetzt, deren Kultivierung Wochen dauert oder die im Labor nicht gezüchtet werden können (Hepatitis B, Hepatitis C, HIV, Covid-19, Influenza usw.). Mithilfe der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) wird das genetische Material (DNA oder RNA) des Mikroorganismus direkt kopiert, wodurch innerhalb weniger Stunden eine Diagnose mit einer Genauigkeit von nahezu 100 % gestellt werden kann.
Direkte mikroskopische Untersuchung
Bei Verdacht auf Meningitis wird die Rückenmarksflüssigkeit (CSF) oder bei Verdacht auf Tuberkulose (TBC) der Auswurf mittels spezieller Färbemethoden (Gram-Färbung, ARB) innerhalb weniger Minuten angefärbt und von Fachärzten unter dem Mikroskop untersucht. Dies ermöglicht in Notfällen die sofortige Einleitung lebensrettender Maßnahmen.
Eine globale Bedrohung: Antibiotikaresistenz und der sinnvolle Einsatz von Antibiotika
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine der größten Krisen der modernen Medizin die Antibiotikaresistenz, auch bekannt als „Superbakterien“. Bei viralen Infektionen wie Schnupfen oder Grippe haben Antibiotika keinerlei heilende Wirkung. Der wahllose Einsatz von Antibiotika bei jedem Fieber oder jeder Halsentzündung vernichtet die nützlichen (probiotischen) Bakterien in unserem Körper, belastet unsere Organe und führt dazu, dass Bakterien eine Resistenz gegen Antibiotika entwickeln.
Die Abteilung für Infektionskrankheiten der Egemed-Krankenhäuser hält sich strikt an die Grundsätze des „vernünftigen Medikamenteneinsatzes“. Ohne Laborbefunde werden keine Breitbandantibiotika verschrieben, und unsere Patienten werden ausführlich darüber aufgeklärt, wie sie das richtige Medikament in der richtigen Dosierung und über den richtigen Zeitraum anwenden.
Multidisziplinärer Ansatz: Vollständige Abstimmung mit allen Fachbereichen
Da Infektionskrankheiten nicht auf ein einzelnes Organ beschränkt sind, arbeitet unsere Klinik eng mit allen anderen medizinischen Abteilungen des Krankenhauses zusammen:
- Zusammenarbeit mit chirurgischen Fachbereichen: Festlegung präoperativer prophylaktischer Antibiotikatherapien, Behandlung von Infektionen bei orthopädischen Prothesen oder diabetischen Fußwunden.
- Intensivstationen: Unmittelbare Überwachung von Lungenentzündungen (VAP) oder Katheterinfektionen, die bei Patienten mit Beatmungsgeräten auftreten können.
- Onkologie und chronische Erkrankungen: Schaffung eines Schutzschildes für die sofortige Intervention gegen opportunistische Infektionen, die bei Krebspatienten mit geschwächtem Immunsystem, die eine Chemotherapie erhalten, oder bei Patienten mit Nieren- oder Leberversagen auftreten.
- Ausschuss für Infektionskontrolle: Überwachung der Sterilisation, der Lüftungssysteme, der Handhygiene und der Entsorgung medizinischer Abfälle im Krankenhaus gemäß internationalen Standards, um „nosokomiale Infektionen“ auf null zu reduzieren.