Handverletzungen und Sehnen- und Nervenverletzungen
Medizinischer Ansatz bei Handverletzungen, Sehnen- und Nervenverletzungen
Unsere Hände sind die aktivsten Organe, die uns im Alltag mit der Außenwelt verbinden. Durch diesen aktiven Einsatz sind unsere Hände anfällig für Verletzungen, beispielsweise durch Arbeitsunfälle, Unfälle im Haushalt, Schnittverletzungen durch Glas oder Messer, Quetschungen und Sportverletzungen. In der Klinik für Handchirurgie und Mikrochirurgie der Egemed-Krankenhäuser werden alle Arten von Verletzungen der komplexen Anatomie der Hand (Muskeln, Sehnen, Gefäße, Nerven) – ob mit oder ohne Gewebeverlust – mit modernen chirurgischen Techniken behandelt.

Sehnenrisse und deren Behandlung
Sehnen sind weiße, schnurartige, feste Gewebebänder, die die Muskeln an den Knochen befestigen und dafür sorgen, dass sich unsere Finger beugen und strecken können. Wenn Sehnen bei einer tiefen Schnittverletzung beschädigt werden, geht die Bewegungsfähigkeit der Finger vollständig verloren.
- Beuge- und Strecksehnen: Die Reparatur beider Sehnengruppen erfordert besondere Fachkenntnisse. Die gerissenen Enden werden unter dem Operationsmikroskop ausfindig gemacht und unter angemessener Spannung aneinander vernäht.
- Frühzeitige Behandlung: Bei Sehnenrissen ist es äußerst wichtig, unverzüglich eine chirurgische Reparatur durchzuführen, um zu verhindern, dass sich die Sehnen verkürzen und in den Muskel zurückziehen.
Nervenverletzungen und Mikrochirurgie
Die Nerven in der Hand (Medianus-, Ulnaris- und Radialisnerv) sorgen sowohl für unser Tastgefühl als auch für die Übertragung motorischer Befehle an die kleinen Muskeln. Wenn ein Nerv durch einen Schnitt oder eine Quetschung durchtrennt wird, kommt es in diesem Bereich zu Taubheitsgefühlen und Muskelschwund (Atrophie).
- Nervenrekonstruktion: Nervengewebe ist noch dünner als ein Haar. Gerissene Nervenscheiden (Epineurium) werden unter dem Mikroskop mit sehr feinen Nähten wiederhergestellt.
- Nerventransplantation: Wenn infolge einer Verletzung ein Defekt (eine Lücke) im Nervengewebe vorliegt, wird ein aus einem anderen Bereich des Beins oder Arms entnommener sensorischer Nerv (Transplantat) dorthin verpflanzt, um eine Überbrückung herzustellen. Die Verbindung der Nervenenden und die Heilung ist ein langsamer Prozess, der Monate dauert (etwa 1 mm pro Tag).