Tests, die mit dem Buchstaben O/Ö beginnen
Leitfaden für Labortests: Tests, die mit den Buchstaben „O“ und „Ö“ beginnen
Nachfolgend finden Sie eine vollständige Liste aller Tests, die in den medizinischen Labors der Egemed-Krankenhäuser durchgeführt werden und deren Bezeichnungen mit den Buchstaben „O“ und „Ö“ beginnen. Damit unsere Patienten sich vorab über die Tests informieren können, sind für jede Analysegruppe eine kurze medizinische Erläuterung sowie der Verwendungszweck im Labor deutlich angegeben.
Biochemische und Stoffwechseluntersuchungen
Oxalat im 24-Stunden-Urin
Erläuterung: Es handelt sich um die Messung der Menge an Oxalatkristallen, die über einen Zeitraum von 24 Stunden über die Nieren ausgeschieden wird; Oxalatkristalle sind eine der Hauptursachen für die Bildung von Nierensteinen im Körper.
Zweck: Die Untersuchung wird durchgeführt, um das Risiko für wiederkehrende Nierensteine zu berechnen und seltene erbliche Stoffwechselerkrankungen wie die primäre Hyperoxalurie zu diagnostizieren.
OKSALAT (Serum)
Erläuterung: Es handelt sich um eine genaue Bestimmung der Menge an Oxalatmolekülen, die nicht über den Urin ausgeschieden werden können und im Blutkreislauf (im Serum) in freier Form vorliegen.
Zweck: Zur Feststellung und Überwachung der Ablagerung von Oxalat in anderen Organen (systemische Oxalose) bei Patienten mit schwerem Nierenversagen.
Oxalat im Urin
Erläuterung: Es handelt sich um eine schnelle Oxalatmessung, die anhand des Kreatininwerts in einer zu einem beliebigen Zeitpunkt des Tages entnommenen einmaligen (Spot-)Urinprobe durchgeführt wird.
Ziel: Eine schnelle Vorabuntersuchung auf das Risiko von Nierensteinen, insbesondere bei Säuglingen und Kindern, bei denen eine 24-Stunden-Urinprobenentnahme schwierig ist.
OSMOLALITÄT, Urin
Erläuterung: Es handelt sich um einen sehr spezifischen Messwert, der die Gesamtkonzentration aller im Urin gelösten Stoffe (Natrium, Kalium, Harnstoff usw.) angibt.
Zweck: Der Test dient dazu, die Fähigkeit der Nieren zur Konzentration oder Verdünnung des Urins zu beurteilen und den Flüssigkeitsverlust des Körpers zu bestimmen.
OSMOLALITÄT, Serum
Erläuterung: Durch die Berechnung der Gesamtpartikeldichte im Blut werden der Wasserhaushalt und der Elektrolytspiegel des Körpers genau analysiert.
Zweck: Es spielt eine entscheidende Rolle bei der Diagnose von starkem Flüssigkeitsverlust (Dehydrierung), Wasservergiftung und Störungen des antidiuretischen Hormons wie „Diabetes insipidus“.
Panels für Immunologie und Neurologie (Neuroimmunologie)
OLIGOKLONALE BANDENANALYSE (IEF)
Beschreibung: Es handelt sich um die Suche nach spezifischen Antikörperbanden (IgG), die vom Immunsystem gebildet werden, im Liquor (CSF) und in einer gleichzeitig entnommenen Blutprobe mittels der Methode der isoelektrischen Fokussierung (IEF).
Zweck: Dies ist der Goldstandard-Test zur eindeutigen Diagnose von Multipler Sklerose (MS) und chronisch-entzündlichen Erkrankungen des Zentralnervensystems (Enzephalitis).
Autoimmun-Leber-Antikörperprofil
Erläuterung: Hierbei handelt es sich um ein umfassendes Screening auf eine Reihe von Autoantikörpern, die entstehen, wenn das Immunsystem außer Kontrolle gerät und die eigenen Leberzellen sowie die Gallenwege angreift.
Ziel: Die eindeutige Unterscheidung zwischen den Erkrankungen „Autoimmunhepatitis“ und „primäre biliäre Cholangitis“, bei denen der Körper sich selbst angreift, und nicht-viralen Erkrankungen (wie Hepatitis B/C usw.) zu treffen.
Panel für autoimmune limbische Enzephalitis
Beschreibung: Es handelt sich um einen hochspezifischen Test, der das Vorhandensein von neurologischen zerstörerischen Antikörpern im Blut nachweist, die auf Zellen des „limbischen“ Systems abzielen, welches im Gehirn für Gedächtnis, Emotionen und Verhalten zuständig ist.
Ziel: Die Diagnose einer Autoimmunenzephalitis, die sich durch unerklärliche, hartnäckige Anfälle (Epilepsie), plötzliche Gedächtnislücken und schwere psychiatrische Symptome äußert.
Autoimmun-Limbikus-Enzephalitis-Panel, Liquor
Erläuterung: Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem Autoantikörper, die das Gehirn angreifen, direkt aus dem Zielbereich, d. h. aus dem Liquor cerebrospinalis (CSF), entnommen und untersucht werden.
Ziel: Die eindeutige Bestätigung einer Autoimmun- oder krebsbedingten (paraneoplastischen) Hirnentzündung, die im Nervensystem aktiv fortbesteht, auch wenn die Blutuntersuchung negativ ausfällt.
Hämatologische und genetische (DNA-)Analysen
OSMOTISCHE BRÜCHIGKEIT (mit Inkubation)
Erläuterung: Es handelt sich um einen Labortest, bei dem geprüft wird, wie leicht sich rote Blutkörperchen (Erythrozyten) nach einer 24-stündigen Inkubation in Flüssigkeiten mit verringerter Salzkonzentration auflösen (Hämolysebeständigkeit).
Zweck: Der Test dient zur Diagnose von Hämolysen, die auf angeborene Fehlbildungen der Zellmembran zurückzuführen sind, insbesondere der Erkrankung „Hereditäre Sphärozytose“.
OSTEOGENESE IMPERFEKTA (COL1A1)
Erläuterung: Es handelt sich um die Suche auf molekularer Ebene nach erblichen DNA-Mutationen im „COL1A1“-Gen, die die Bildung des Typ-1-Kollagenproteins beeinträchtigen, das den Knochen ihre Festigkeit verleiht.
Ziel: Die genetische Diagnosestellung bei Osteogenesis imperfecta, im Volksmund als „Glasknochenkrankheit“ bekannt und durch häufige Knochenbrüche gekennzeichnet, sowie die Ermittlung des familiären Risikos.