Tests, die mit dem Buchstaben P beginnen
Leitfaden für Labortests: Tests, die mit dem Buchstaben „P“ beginnen
Nachfolgend finden Sie eine vollständige Liste aller Tests, die in den medizinischen Labors der Egemed-Krankenhäuser durchgeführt werden und mit dem Buchstaben „P“ beginnen. Damit unsere Patienten sich vorab über die Tests informieren können, sind für jede Analysegruppe eine kurze medizinische Erläuterung sowie der Verwendungszweck im Labor deutlich angegeben.
Biochemie, Endokrinologie und Tumormarker
PCA 3
Erläuterung: Es handelt sich um den Nachweis des PCA3-Gens (Prostate Cancer Antigen 3) auf molekularer Ebene, das in hohem Maße von Prostatakrebszellen gebildet wird und in den Urin gelangt.
Zweck: Diese Untersuchung wird durchgeführt, um unnötige Prostatabiopsien bei Männern mit erhöhtem PSA-Wert zu vermeiden und das Risiko für Prostatakrebs genauer einzuschätzen.
PIRUVAT
Erläuterung: Es handelt sich um die Messung des Spiegels eines wichtigen Zwischenprodukts im Blut, das bei der Energieproduktion der Zellen (Glykolyse) entsteht.
Zweck: Wird bei der Untersuchung von erblichen Stoffwechselerkrankungen (mitochondriale Erkrankungen) und Fällen von unerklärlicher Azidose (Ansammlung von Säure im Blut) zusammen mit Laktat verwendet.
Plasma-Renin-Aktivität (ambulant)
Erläuterung: Dies ist die Aktivität des Enzyms Renin im Blut, das von den Nieren ausgeschüttet wird und den Blutdruck reguliert, gemessen während der Patient steht.
Ziel: Es soll festgestellt werden, ob die medikamentenresistente Hypertonie auf eine Verengung der Nierenarterien oder auf eine Funktionsstörung der Nebennieren zurückzuführen ist.
PREGNENOLON-Serum
Erläuterung: Es handelt sich um die Bestimmung eines Hormons, das aus Cholesterin synthetisiert wird und als „Hauptvorläufer“ aller Steroidhormone wie Östrogen, Progesteron und Testosteron dient.
Ziel: Die Diagnose seltener erblicher Enzymmangelerkrankungen der Nebenniere (kongenitale Adrenohyperplasie) zu stellen.
Progesteron
Erläuterung: Es handelt sich um ein äußerst wichtiges Fortpflanzungshormon, dessen Spiegel bei Frauen nach dem Eisprung ansteigt, wodurch die Gebärmutter auf eine Schwangerschaft vorbereitet und der Fortbestand der Schwangerschaft gesichert wird.
Ziel: Feststellung, ob ein normaler Eisprung (Ovulation) stattgefunden hat, Überwachung von Unfruchtbarkeitsbehandlungen und Beurteilung der Risiken in der Frühschwangerschaft.
Procalcitonin
Erläuterung: Es handelt sich um ein spezifisches Protein, dessen Konzentration im Blut sehr schnell ansteigt, wenn im Körper eine schwere bakterielle Infektion ausbricht (insbesondere wenn diese in die Blutbahn gelangt).
Ziel: Die lebenswichtige Diagnose von Sepsis (Blutvergiftung) und schweren bakteriellen Infektionen innerhalb weniger Stunden zu stellen; außerdem soll der unnötige Einsatz von Antibiotika verhindert werden.
Prolaktin
Erklärung: Es handelt sich um das „Milchhormon“, das von der Hypophyse am Grund des Gehirns ausgeschüttet wird und bei Frauen die Produktion von Muttermilch bewirkt.
Zweck: Wird zur Diagnose von Milchabsonderung aus der Brust bei nicht schwangeren Frauen (Galaktorrhoe), Ausbleiben der Menstruation, Libidoverlust bei Männern und Hypophysentumoren (Prolaktinomen) eingesetzt.
Prostata-spezifisches Antigen (frei)
Erläuterung: Es handelt sich um die Messung des Anteils des Antigens, das aus der Prostata ins Blut abgegeben wird und dort frei zirkuliert, ohne an Proteine gebunden zu sein.
Ziel: Bei Männern, deren Gesamt-PSA-Wert grenzwertig erhöht ist, soll anhand des Verhältnisses von freiem zu Gesamt-PSA eine gutartige Prostatavergrößerung (BPH) von Krebs unterschieden werden.
Prostata-spezifisches Antigen (Gesamt)
Erläuterung: Es handelt sich um den wichtigsten Marker für die Prostata-Gesundheit, der von der Prostata des Mannes gebildet wird und dessen Gesamtkonzentration im Blut gemessen wird.
Zweck: Diese Untersuchung wird routinemäßig zur Früherkennung, Diagnose und Nachsorge von Prostatakrebs sowie zur Überwachung von Prostataentzündungen durchgeführt.
PROTEINELEKTROPHORESE (Urin)
Erläuterung: Dabei werden Proteine, die aus den Nieren in den Urin gelangen (ausscheiden), mittels Elektrophorese getrennt, um ihren Typ und ihr Molekulargewicht zu bestimmen.
Zweck: Diese Untersuchung wird durchgeführt, um festzustellen, wo genau die Nierenschädigung vorliegt (glomerulär oder tubulär), und um im Urin nach dem Bence-Jones-Protein zu suchen, das bei multiplem Myelom auftritt.
PROTEINELEKTROPHORESE (KAPILLAR-SE)
Erläuterung: Hierbei handelt es sich um die grafische Darstellung der Fraktionen der wichtigsten Proteine im Blut (Serum) – wie Albumin, Globuline usw. –, die mittels modernster Kapillartechnologie getrennt wurden.
Zweck: Es handelt sich um eine hochspezialisierte Untersuchung zur Diagnose von multiplem Myelom, Immundefekten, Leberzirrhose und chronischen Infektionskrankheiten.
PSEUDOKOLINESTERASE
Erläuterung: Es handelt sich um den Spiegel eines Enzyms, das von der Leber gebildet und ins Blut abgegeben wird und für den Abbau bestimmter chemischer Stoffe im Nervensystem verantwortlich ist.
Ziel: Die Diagnose von Vergiftungen durch Pflanzenschutzmittel (Organophosphate), die Messung der Leberwerte und die Feststellung einer genetischen Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Muskelrelaxanzien vor einer Operation.
PTH (intakt)
Erläuterung: Es handelt sich um die Messung der intakten Form des Parathormons, das von den Nebenschilddrüsen im Hals ausgeschüttet wird und für den Kalzium-, Phosphor- und Vitamin-D-Haushalt im Blut sorgt.
Zweck: Diese Untersuchung wird durchgeführt, um die eigentliche Ursache für einen zu hohen oder zu niedrigen Kalziumspiegel im Blut zu ermitteln und das Risiko für Nierensteine und Osteoporose abzuklären.
Hämatologie- und Gerinnungstests
Untersuchung des peripheren Ausbreitungsmusters
Erläuterung: Dabei wird ein Tropfen Blut des Patienten auf einem Objektträger verteilt und gefärbt, woraufhin ein Facharzt oder qualifiziertes Fachpersonal die Blutzellen (Aufbau, Größe, Form) einzeln unter dem Mikroskop untersucht.
Ziel: Die im Blutbild (Hämogramm) festgestellten Auffälligkeiten zu bestätigen; Leukämie, verschiedene Formen der Anämie (Blutarmut) und Blutparasiten auf zellulärer Ebene zu diagnostizieren.
PIRUVAT KINAZ
Erläuterung: Es handelt sich um die Bestimmung des Spiegels des Enzyms Pyruvatkinase, das für die Energieproduktion und das Überleben der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) unverzichtbar ist.
Ziel: Die eindeutige Diagnose einer durch einen genetisch bedingten Enzymmangel verursachten Zellzerstörung (hämolytische Anämie), die im Säuglings- oder Kindesalter auftritt.
PROTEIN-S-AKTIVITÄT
Erläuterung: Dies ist eine Messung der Wirksamkeit (Funktion) des Proteins S, eines Moleküls, das eine unnötige Blutgerinnung im Körper verhindert (natürlicher Blutverdünner).
Ziel: Untersuchung der Gerinnungsneigung bei jungen Menschen mit venösen Thrombosen (DVT) oder wiederholten Fehlgeburten.
PROTEIN S-ANTIGEN (FREI)
Erläuterung: Es handelt sich um die Messung der Menge an Protein S im Blut, die in freier Form vorliegt und somit biologisch aktiv ist, ohne an andere Proteine gebunden zu sein.
Zweck: Diese Untersuchung wird angefordert, um genau zu bestimmen, ob es sich bei dem Protein-S-Mangel um eine genetisch bedingte oder eine erworbene Form handelt.
PROTEIN S-ANTIGEN (GESAMT)
Erläuterung: Es handelt sich um die Bestimmung der Gesamtmenge aller gebundenen und freien Protein-S-Antigene im Blutkreislauf.
Zweck: Wird zusammen mit anderen Tests zur Beurteilung der natürlichen gerinnungshemmenden (antikoagulanten) Kapazität des Patienten im Rahmen von Thrombose-Panels durchgeführt.
Prothrombinzeit (PT)
Erläuterung: Dies ist ein grundlegender Gerinnungstest, der misst, wie lange es im extrinsischen Gerinnungsweg des Blutes dauert, bis sich ein Gerinnsel bildet (in Sekunden), sowie den INR-Wert.
Ziel: Die Überwachung der Dosierung bei Patienten, die Blutverdünner wie Coumadin (Warfarin) einnehmen, die Erkennung von Blutungsstörungen und die Beurteilung der Leberfunktion.
Mikrobiologie, Virologie und Infektionstests
Parvovirus B-19-Antikörper IgM und IgG
Erläuterung: Es handelt sich um die Bestimmung der Immunität gegen das Virus der „Fünften Krankheit“, das vor allem bei Kindern auftritt und zu einem „geschlagenen Gesicht“ an den Wangen führt.
Ziel: Es dient dazu, festzustellen, ob die Erkrankung erst kürzlich durchgemacht wurde, und insbesondere bei Schwangeren das Risiko einer Infektion zu untersuchen, die auf das Kind übergehen könnte.
PARVOVIRUS B-19 IgG-Antikörper
Beschreibung: Nachweis spezifischer „IgG“-Antikörper, die auf eine langfristige Immunität gegen das Parvovirus B-19 hinweisen.
Zweck: Diese Untersuchung wird durchgeführt, um festzustellen, ob der Patient (insbesondere Schwangere mit erhöhtem Risiko) diese Krankheit bereits durchgemacht und eine dauerhafte Immunität erworben hat.
Parvovirus-PCR
Beschreibung: Es handelt sich um den hochsensiblen Nachweis des genetischen Materials (DNA) des Parvovirus B-19 im Blut oder im Fruchtwasser mittels PCR-Technologie.
Ziel: In Fällen, in denen Antikörpertests nicht ausreichen, soll das Vorhandensein eines aktiven Virus nachgewiesen und eine Infektion des ungeborenen Kindes (Fötus) bestätigt werden.
Plasmodium-Antigen
Erläuterung: Hierbei handelt es sich um einen Schnelltest zum Nachweis von zellulären Proteinen (Antigenen) des Plasmodium-Parasiten, der die Malariaerkrankung verursacht, im Blut.
Ziel: Bei Patienten mit hohem Fieber, Schüttelfrost und Fieberkrämpfen soll die Diagnose „Malaria“ unter den Bedingungen einer Notaufnahme schnell gestellt werden können.
Plazmodium-Untersuchung (im Blut)
Erläuterung: Dabei wird dem Patienten entnommenes Blut (mittels Dick- und Dünnausstrich) angefärbt und von Fachärzten unter dem Mikroskop direkt auf Parasiten untersucht.
Zweck: Dies ist die Goldstandardmethode zur Diagnose von Malaria und ermöglicht durch die Bestimmung der Unterart des krankheitsverursachenden Plasmodium (falciparum, vivax usw.) die Auswahl des geeigneten Medikaments.
Pneumokokken-Antikörper
Erläuterung: Dies ist der Spiegel der Abwehrantikörper gegen das Pneumokokken-Bakterium, den häufigsten bakteriellen Erreger von Lungenentzündung (Pneumonie) und Meningitis.
Ziel: Überprüfung der Immunantwort (Schutzwirkung) auf die Pneumokokken-Impfung bei Personen mit wiederkehrenden Infektionen sowie Screening auf Immundefekte.
PNOMOKOKKEN-ANTIKÖRPER
Beschreibung: Es handelt sich um eine umfassende Panel-Analyse der Immunantikörper, die gegen mehrere Subtypen (Serotypen) des Pneumokokken-Bakteriums (Streptococcus pneumoniae) gebildet wurden.
Ziel: Der Nachweis der Wirksamkeit der Pneumonie-Impfung bei Kindern und älteren Menschen aus Risikogruppen sowie die Überprüfung der Leistungsfähigkeit des Immunsystems.
PCR auf Polyomavirus (JCV und BKV), Serum
Erläuterung: Hierbei handelt es sich um einen PCR-Test zum Nachweis der DNA der Polyomaviren JC und BK im Blut, die bei den meisten Menschen latent vorhanden sind, aber bei geschwächtem Immunsystem aktiv werden.
Zweck: Dieser Test ist von entscheidender Bedeutung für die Überwachung des Risikos einer Hirnschädigung (JCV-assoziierte PML) bei Nierentransplantationspatienten (mit BK-Virus-assoziierter Nephropathie) und bei Patienten, die immunsuppressive Medikamente einnehmen.
Immunologie- und Allergietests
PENICILLOYL G (c1) CLIA
Erläuterung: Hierbei handelt es sich um den Nachweis spezifischer Allergie-Antikörper (IgE) im Blut gegen Penicillin G, das Hauptmolekül der Antibiotika der Penicillin-Gruppe.
Ziel: Es soll auf sichere Weise (mittels einer Blutuntersuchung) festgestellt werden, ob bei dem Patienten das Risiko eines lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schocks (Allergie) gegenüber Penicillin-Antibiotika besteht.
PENICILLOYL V (c2) CLIA
Erläuterung: Es handelt sich um die Messung einer allergischen Sensibilisierung vom Typ IgE, die vom Immunsystem als Reaktion auf den Wirkstoff Penicillin V (eine oral einzunehmende Form von Penicillin) gebildet wird.
Zweck: Wird verwendet, um den Verdacht auf eine Arzneimittelallergie gegen Penicillin-Derivate in Tablettenform zu bestätigen oder auszuschließen.
Genetische und pränatale Screening-Tests
Pränataler Test
Erläuterung: Dies ist die allgemeine Bezeichnung für eine Reihe von Labortests, bei denen während der Schwangerschaft anhand von mütterlichem Blut oder durch Amniozentese der chromosomale Status des Kindes (z. B. Down-Syndrom) untersucht wird.
Ziel: Die genetische Gesundheit des ungeborenen Kindes sicherzustellen und Risiken für angeborene Fehlbildungen frühzeitig zu erkennen.
Toxikologie und Pharmakokinetik
PREGABALIN-Injektionslösung
Erläuterung: Dies ist die pharmakologische Konzentration des Wirkstoffs Pregabalin im Blut, der zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen (Nervenschäden) und epileptischen Anfällen eingesetzt wird.
Ziel: Es soll überprüft werden, ob die vom Patienten eingenommene Medikamentendosis für die Behandlung ausreichend ist, und es sollen Vergiftungszustände verhindert werden, die zu Organschäden führen könnten.